
Mit dem Projekt PulsNETZ wurde Mitte 2024 ein wichtiger Grundstein für die digitale Zukunft der Kirchgemeinden im Kanton Bern gelegt. Ziel des Projekts ist die gemeinsame Einführung einer Geschäftsverwaltungslösung (GEVER) als Mandantenlösung. Inzwischen haben sich rund 130 Kirchgemeinden zusammengeschlossen und das Projekt unter die Schirmherrschaft des Kirchgemeindeverbandes des Kantons Bern gestellt.
Von Beginn an stand bei PulsNETZ nicht nur die Einführung einer modernen GEVER-Lösung im Zentrum. Ebenso wichtig war die Frage, wie Kirchgemeinden künftig enger, einfacher und wirkungsvoller zusammenarbeiten können. Die einheitliche Plattform und der gemeinsame Mandantenverbund bilden dafür einen zentralen Pfeiler. Sie schaffen die Grundlage für Formen der Zusammenarbeit, die ohne gemeinsame digitale Infrastruktur nur schwer oder gar nicht möglich wären.
Vor diesem Hintergrund fand am 30. April 2026 der Anlass «Zusammenarbeit unter Kirchgemeinden Bern: Verwaltung vernetzen – Grundlagen und Praxiserfahrungen» statt. Mit rund 150 Teilnehmenden stiess der Event auf grosses Interesse und zeigte eindrücklich, wie aktuell und relevant das Thema für die Kirchgemeinden ist.
Im Zentrum standen die Chancen und Risiken der Zusammenarbeit. Fachpersonen beleuchteten rechtliche Grundlagen, mögliche Organisationsformen und konkrete Modelle der Zusammenarbeit unter Kirchgemeinden. Dabei wurde deutlich: Das Gemeinderecht eröffnet vielfältige Möglichkeiten – entscheidend sind jedoch eine sorgfältige Ausgestaltung, klare Verantwortlichkeiten und tragfähige Vereinbarungen.
Besonders wertvoll waren die Praxisbeispiele aus dem Umfeld der Kirchgemeinden. Sie zeigten, wie Zusammenarbeit im Verwaltungsalltag gelingen kann, wo Herausforderungen entstehen und welche Erfahrungen andere Kirchgemeinden bereits gemacht haben. Themen wie Stellvertretungen, gemeinsame Ressourcen, Synergien, Fachkräftemangel und neue Formen der Verwaltungsorganisation wurden praxisnah und offen diskutiert.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Datenschutz. Ueli Buri, Leiter der Datenschutzaufsichtsstelle des Kantons Bern, und Bianca Hüsing, Kommunikationsleiterin der DSA, zeigten auf, welche Anforderungen für Kirchgemeinden gelten und welche Entwicklungen mit der Verordnung über die Informations- und Datensicherheit (IDSV) sowie der kantonalen Datenschutzverordnung (KDSV) verbunden sind. Dabei wurde deutlich, dass Digitalisierung, Vernetzung und Datenschutz gemeinsam gedacht werden müssen.
Der Anlass machte sichtbar, dass PulsNETZ weit mehr ist als ein Informatikprojekt. Es ist ein gemeinsamer Entwicklungsschritt für die Kirchgemeinden im Kanton Bern. Die gemeinsame Plattform ermöglicht nicht nur effizientere Prozesse, sondern fördert auch Austausch, gegenseitige Unterstützung und neue Formen der Zusammenarbeit.
Abgerundet wurde der gelungene Anlass durch ein grafisches Protokoll sowie ein gemeinsames Mittagessen bei herrlichem Frühlingswetter. Der Tag bot Raum für Information, Begegnung und Vernetzung und zeigte eindrücklich, welches Potenzial in einer gemeinsamen digitalen Grundlage und im engagierten Miteinander der Kirchgemeinden liegt.
Grafisches Protokoll von Brechtje Hendriks
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